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Fast 9 Millionen Franken werfen die Gegner der Nachhaltigkeitsinitiative in die Abstimmungsschlacht – allein Economiesuisse steuert über 4,5 Millionen bei. So viel Geld floss bei keiner Initiative seit Einführung der Transparenzpflicht. Die Frage drängt sich auf: Wessen Interessen verteidigt der Konzerndachverband mit dieser Summe?

Die Antwort liegt in der Geschäftsstrategie. Economiesuisse vertritt Grosskonzerne, die von unkontingentierter Arbeitsmigration profitieren. Günstige Arbeitskräfte importieren, Löhne tief halten, das Gesamt-BIP aufblähen und den Rest der Gesellschaft die Rechnung zahlen lassen. Die Zahlen zeigen das Muster: Seit Einführung der Personenfreizügigkeit 2002 wuchs das BIP der Schweiz um über 55 Prozent. Das BIP pro Kopf – der einzige Massstab, der den tatsächlichen Wohlstand der Bevölkerung misst – stieg nur halb so stark. 2023 und 2024 sank das reale BIP pro Kopf sogar zwei Jahre in Folge. Die Schweiz wächst, aber die Schweizer werden nicht reicher.

Dafür zahlen sie mehr. Die Krankenkassenprämien stiegen neunmal stärker als die Löhne. Eine vierköpfige Familie zahlt über 3 500 Franken mehr pro Jahr. Die Reallöhne sanken drei Jahre in Folge. Die AHV steht vor dem gleichen Problem: Zuwanderer zahlen heute ein und beziehen morgen – das Pyramidenproblem wird nicht gelöst, sondern aufgeschoben. Ein demografisches Schneeballsystem. Gleichzeitig wuchsen 2024 netto 88 771 Personen in die Schweiz – das braucht rund 40 000 zusätzliche Wohnungen, 47 500 neue Autos auf den Strassen, 566 Millionen Kilowattstunden Strom und 35 Quadratkilometer neue Siedlungsfläche. Die Leerwohnungsquote fiel 2025 unter 1 Prozent, die Angebotsmieten stiegen doppelt so schnell wie die Inflation. Wer auf Wohnungssuche war, kennt die Realität.

Economiesuisse versichert, mehr vom Gleichen werde alles richten. 1,75 Millionen zusätzliche Einwohner seit 2002 genügen offenbar nicht – es brauche noch mehr. Die 4,5 Millionen Franken Kampagnenbudget zeigen, wie viel den Konzernen an der Fortführung dieses Modells liegt. Am 14. Juni entscheidet das Stimmvolk, ob es weiterhin den Wohlstand der Konzernlobby finanziert – oder den eigenen schützt. JA zur Nachhaltigkeitsinitiative.